Worauf achten beim Braut Make-up?

Die Phase des "getting-ready" mitsamt Braut Make-up ist wahrlich eine magische - ich bin jedes Mal aufs Neue entzückt über das Vetrauen, das mir Bräute entgegen bringen, wenn sie mich während dieser einzigartigen, intimen Stunden in ihr Leben und das ihrer Familien lassen. Für einige Stunden werde ich Teil dieser Familie - beruhige die Mutter, die oft aufgeregter ist als die Braut, halte die Kinder bei Laune, die ihre Mutter endlich vor dem A ltar sehen möchten, helfe der Braut beim Ankleiden, weil alle anderen zu beschäftigt sind, scherze mit dem Großvater, der meckert, weil er für gewöhnlich um 12 Uhr zu Mittag isst... achja und weshalb ich eigentlich da bin: zaubere der Braut mit einigen Pinselstrichen ein noch größeres Strahlen in ihr Gesicht. Ja, ich liebe es und ich hoffe, dass ich noch viele "getting-ready's" erleben darf! Hier aber ein paar klitzekleine Kleinigkeiten, die es idealerweise - meiner Meinung nach -  zu beachten gilt, wenn man keine animierende, therapierende, stylende,... Visagistin mit dabei haben möchte (wie das zum Beispiel bei mir selbst als Braut der Fall war):

Vorbereitung der Haut:

  • die Haut und Lippen 1 - 2 Tage vorher mit einem Peeling vorbereiten (schon während der Vorbereitungszeit auf Hautverträglichkeit testen!)
  • Hauttypgeeignete Pflege als Foundationunterlage - im Idealfall 10 Minuten einwirken lassen
  • Die Pflege sollte keinen Lichtschutzfaktor beinhalten (vor allem wenn die Foundation einen LSF (niedrig!!) beinhaltet - Warum? Weil dich Lichtschutzfaktor auf Fotos wie eine leichenblasse Gruselbraut aussehen lassen kann :)
  • auch die besonders dünne Haut unter den Augen braucht Pflege und eine Vorbereitung auf den Concealer, der die schlaflosen Nächte vor der Hochzeit, die sich nun in Form von bläulichen, grünlichen Verfärbungen unter den Augen zeigen, im Nu verschwinden lässt

Mehr zum Thema findet ihr auch in meinem Artikel zur Hautpflege.

Das Make-up:

Man sagt, dass die Devise am Hochzeitstag bei der Wahl des Make-ups "weniger mehr ist" - an und für sich ist das auch meine Devise. Für die eine Braut ist weniger aber mehr als für die andere mehr weniger ist - oder so. Soll heißen: wer sich täglich morgens um 5 Uhr den Wecker stellt um um 9 Uhr zeitgerecht das Haus in Richtung Büro mit einem arabischen, dunklen, Glitzerfunkelmake-up verlassen zu können (nein, ich neige absolut nicht zu plakativen Übertreibungen :p), wird mit einem sanften Brautmake-up wahrscheinlich nicht authentisch sein und sich ebenso wenig wohl fühlen. Gilt auch vice versa.

Was ich hier also schreibe muss nicht für jede Braut passend sein - zumindestens nicht jeder einzelne Punkt davon. Aber vielleicht ist ja die eine oder andere Anregung für jede mit dabei.

Das Augenmake-up

Damit man die Zeit des Einziehens der Pflege in die Haut, sinnvoll nützen kann - ist ja nicht so als hätte man an dem Tag Stunden en masse, ist es sinnvoll mit den Augen zu beginnen.  Das hat auch den Sinn, dass Lidschatten, der während dem Auftragen hinunter bröseln kann, die Grundierung (=Foundation) nicht "verhunzt".

  •  ein Primer (Lidschattenbase) sorgt dafür, dass der Lidschatten besser hält und sich nicht in der Lidfalte absetzt.
  • Lidschattenfarben sollten nicht zu stark glitzern - das kann auf Fotos (mit Blitz) unschön reflektieren. Besser auf Texturen mit einem Satin- oder Matfinish setzen.
  • ein Lidstrich am oberen Wimpernkranz betont die Augen. Wenn du Probleme dabei hast einen exakten Lidstrich zu ziehen oder sehr hellhäutig bist und ein Lidstrich zu hart wirkt, benutze einen weichen Kajal (ist er zu hart? mit der Hand oder dem Fön anwärmen) und verwische ihn ein wenig (zB mit einem Wattestäbchen) - das wirkt weicher.
  • hellerer Lidschatten am Brauenbogen und im inneren Augenwinkel öffnen den Blick - besonders matter weißer Lidschatten bewirkt am Innenwinkel des Auges wahre Wunder
  • die Augenbrauen sollten auch nicht vernachlässigt werden: auf jeden Fall in Form bringen (lassen) und ein wenig mit Farbe auffüllen - Lidschatten bzw. Brauenpuder wirkt natürlicher als Augenbrauenstift
  • diesen Schritt eventuell erst nach der Grundierung damit Fixierpuder nicht auf den getuschten Wimpern haften bleibt. Mascara: am besten in extreme black (außer bei sehr hellem Teint) und natürlich wasserfest :) wer falsche Wimpern in Betracht zieht: vorher üben, üben, üben und vor allem die Haltbarkeit und Verträglichkeit austesten. Eine gute Alternative sind permanente Wimpernverlängerungen/-verdichtungen.

Die Grundierung

Eine perfekte Grundierung (Foundation, Concealer, Puder, Rouge) ist die halbe Miete. Sie gleicht farbliche, strukturelle Unregelmäßigkeiten im Gesicht aus und lässt den Teint ebenmäßig wirken.

  • Foundation ("Make-up"): bei der Auswahl im Idealfall beraten lassen und nicht im Alleinzug das nächstbeste schnappen - der Ton muss passen - Gesicht und Körper sollen zusammengehörig wirken - erwischt man den falschen Foundationton kann das schnell mal so aussehen als hätte man den Kopf an einem fremden Körper montiert :D Ich wähle für Bräute, sofern ihre Haut nicht zu ölig ist, gerne eine Foundation, die "Glow" verleiht und das Gesicht nicht total mattiert - denn das kann dem Teint Struktur und Frische nehmen. Sehr oft verwende ich zum Auftragen das kleine zauberhafte Schwammei, den Beauty Blender.
  • Corrector (unter dem Concealer anwenden): gibt es in unterschiedlichen Farben: rosa, grün, flieder, orange... Hier der wichtigste: grün. Klingt komisch, ist es auch, wirkt aber. Bei starken Unreinheiten/Rötungen kann ein grüner Corrector (Komplementärfarbe zu dem fiesen rot der kleinen Pickelchen) Wunder bewirken - er korrigiert/neutralisiert. Vorsicht: wenig benutzen und gut in die Haut ein arbeiten! Anschließend wenn notwendig noch Concealer im Foundationton auf die Pickelchen tupfen.
  • Concealer: Concealer 1 - 2 Töne heller als der Foundationton unter den Augen mit den Fingern einklopfen (sparsam sein!). Zum Thema wie man Augenschatten "eliminiert" findet ihr einen tollen Artikel auf dem Blog von Cara.
  • Puder: dient dazu, dass die Foundation und der Concealer nicht verwischen und den Hochzeitstag überstehen - zumindestens so gut wie möglich :) Das Puder sollte zum Foundationton passen, es kann auch transparentes Puder benutzt werden - vorher testen ob es einen Grauschleier verleiht! (wo wir wieder beim Thema Gruselbraut wären - diesmal dann aber nicht nur auf den Fotos). Das Puder mit einem Pinsel oder einer Puderquaste in die Haut "drücken", da es sonst "oben aufliegt" - sollte das Gesicht noch zu pudrig wirken, hast du zu viel erwischt: mit einem sauberen Puderpinsel überschüssiges Puder abstreifen. Thermalwassersprays (zB von Avene) können das Hautbild auch wieder mehr nach Haut aussehen lassen.
  • Rouge: meiner Meinung nach für eine Braut unerlässlich - ich bevorzuge matte Apricottöne oder ein nicht zu grelles rosa. Wer recht trockene Haut hat kann ein Cremeblush auftragen - es verleiht einen natürlichen Wangenglanz (auch Lippenstift kann zweckentfremdet werden :))

Die Lippen

Wie Haut können auch die Lippen mit einem speziellen Lippenpeeling vorbereitet werden - das entfernt abgestorbene Hautschüppchen und bereitet optimal auf den "Sie dürfen die Braut jetzt küssen" - Kuss vor :) Und was "schmückt" die Lippen?

  • Hier denke ich sehr pragmatisch, soll heißen: die Lippen frisch zu halten sollte nicht allzu viel Aufwand betreiben. Perfekte klassische rote Lippen halte ich für eine Braut deshalb eher für unpraktisch.
  • Immer passend sind Gloss oder zarter Lippenstift in hellem rosa, apricot, beige (aber nicht leichenblassbeige :)). Den Lippenstift in die Lippen tupfen - das hinterlässt ein sehr weiches, schönes Finish.
  • Auf Lipliner würde ich verzichten, wenn es die Lippenform nicht unbedingt verlangt - macht nur zusätzliche Arbeit :)

Das sind MEINE Basics für ein perfektes, strahlendes Brautmake-up. Und was sind eure?

♥  Carina

PS: Wer sich ein paar Stylinginspirationen für die Hochzeit holen möchte, kann in meinen Artikel zu unserem Styled Shoot klicken ;)

 

 

Fotos in diesem Artikel von: Marie Bleyer; Claire Morgan; Dorelies Hofer