Wie man zu Fotos kommt...

[pinit]

...oder auch: über den Aufbau eines Portfolios

Ja, da hat man nun die Make-up Artist Ausbildung gemacht und wie gehts dann weiter bzw. gehts dann überhaupt weiter oder versauert das - hoffentlich - neu gewonnene Können? Leider bekomme ich immer wieder mit, dass viele einiges an Geld in die Ausbildung gebuttert haben und dann nicht mehr weiter gemacht haben. Ich habe mich dann oft gefragt: "Hä? Warum tut man das - tausende Euros auszugeben um dann dafür gerüstet zu sein, seine Freundinnen fürs Ausgehen hübsch zu machen oder wie?" Wenn man bei diesen Menschen dann aber nachbohrte, kam ganz schnell raus, dass es entweder nicht das Richtige für sie war, viel öfter aber, dass sie sich nicht gut genug fanden oder nicht wussten wie und wo anfangen.

Also gut genug fand ich mich auch nicht und wie genau ich anfangen sollte wusste ich auch nicht - ich habe leider mit 0 professionellen Fotos gestartet und konnte während meiner Ausbildung leider nie die Erfahrung eines professionellen Fotoshootings sammeln, schade eigentlich, dass so etwas nicht in allen Ausbildungen gang und gebe ist. Na wie auch immer - ich erzähle euch einfach mal wie ich es angegangen bin - vergesst nicht: das ist mein Weg, der nicht für alle passen muss und ich behaupte auch nicht, dass es der perfekte Weg ist, denn ich stehe selbst auch noch am Anfang ;)

Rückblickend gesehen wären die folgenden meine Leitsätze für den Anfang gewesen:

1. Besitze ein paar, zumindestens herzeigbare, Arbeiten...

Ok kann ja sein, dass ich zu anspruchsvoll bin, aber ich wollte keinesfalls mit Fotos "für mich werben", die mit dem Handy während der Ausbildung, im Hintergrund 7 andere Schminkende, tausende von Lippenstiften, Lidschatten und Werbeplakate für die Schminkschule, aufgenommen wurden. Vielleicht bin ich kleinlich, mag sein, aber so wollte ich einfach nicht starten. Ich habe daher meine liebe Freundin Conny, die eigentlich nicht so gerne Menschen, sondern eher Stilleben und Architektur fotografiert, und einige meiner lieben Freundinnen gebeten für einen Tag, Fotografin (Conny) bzw Model (der Rest halt) zu sein. In einem Homemadestudio mit Baustrahlern bei glühender Hitze (es war Hochsommer) entstanden zwar keine Superduperprofibilder, aber es war MEIN persönlicher Start, den ich nicht missen möchte - es war ein unglaublich schöner Tag und ich hatte meine ersten Fotos mit RUHIGEM Hintergrund.

bridal makeup_Photo by Cornelia Valthe

clown

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hier die illustre Runde - es war wirklich ein schöner Start in meine Schminkerei ♥

Portfolioaufbau

2. Finde eine Verbündete...

Das Glück hat wahrscheinlich nicht jeder, aber ich habe MEINE Verbündete gefunden - Marie Bleyer. Sie stellt sich immer ganz beschämt als Hobbyfotografin vor, nur weil sie - noch - nbeing crazyicht die schwer offizielle Befähigung zur Fotografin hat (mühsame Angelegenheit in Österreich), trotzdem ist sie für mich viel mehr als das. Naja wie auch immer, kurz mehr dazu warum es für mich so unglaublich wichtig war/ist "meine" Verbündete zu haben und wie ich sie gefunden habe. Ich beginne mit Zweiterem: Ich lernte Marie während des Studiums kennen - naja eigentlich haben wir die eine oder andere Vorlesung miteinander gehabt und waren dann befreundet... über facebook :D Ja, also jaaaahrelang eigentlich keinen Kontakt gehabt, mitbekommen, dass dieses kleine lebensfrohe, lockige Wesen fotografiert und die Chance genutzt. Wie? Einfach angeschrieben ob sie nicht ab und an eine Visagistin braucht - gratis. Anfangs war sie skeptisch - ich hatte zu dem Zeitpunkt noch keine Arbeiten, die ich zeigen konnte, aber sie sagte "ja, ich will" - später mal meinte sie, dass sie einfach im Gefühl hatte, dass das mit mir passen würde.

Die Tatsache, dass ich Marie gefunden habe hat mir ermöglicht mich auszuprobieren und viel dazuzulernen. Sie gab mir die Zeit, die ich brauchte und stresste mich nicht - auch wenn ihr während des Schminkens immer ganz langweilig ist und sie herumirrt wie ein verrücktes Wiesel, das nach Nahrung sucht. Ich weiß nicht wie es bei anderen ist, aber ich war am Anfang einfach unsicher, hatte keine Erfahrung, brauchte Zeit und war vor allem im Wimpernkleben eine absolute Niete. Marie hat mir Sicherheit gegeben und war für mich die optimale Vorbereitung für Shootings mit anderen FotografInnen.

Und auch jetzt schätze ich die Zusammenarbeit mit Marie noch ganz besonders - wir haben eine unglaublich gute Basis, entwickeln gemeinsam Ideen/Konzepte und ergänzen einander perfekt, finde ich. So und jetzt Schluss mit meiner Liebeserklärung ♥

by Markus Schneeberger

3. Finde einen Weg dich zu präsentieren...

Welchen Weg auch immer man wählt - aber ich denke, dass es unumgänglich ist, dass man eine Plattform findet, die die eigenen Arbeiten zeigt. Für mich war klar, dass ich, obwohl ich noch wenige Fotos besaß, mit einer facebook - Seite starten wollte um Menschen, "um die ich warb", für mich möglichst unkompliziert und kostenfrei, meine Arbeiten zu zeigen ohne dabei zu viel von meinem Privatleben preiszugeben (denn das ist so furchtbar dunkel... hrarharhar... oder so..). Nein, ohne Scherz - ich wollte einfach nicht, dass meine Arbeiten neben meinen Partyfotos zu sehen waren. Unbenannt

4. Zeig, dass es dich gibt...

Eigentlich ähnlich wie Punkt 3, aber doch noch etwas aktiver - ok, da hat man jetzt eine facebook-Seite und die hat auch uuuunglaublich viele Likes - blöd nur, dass da steht, dass von 100 Likes 99 der Likenden deine Freunde sind. Natürlich bringt auch das was, aber um auch in andere Netzwerke zu finden, macht es Sinn für sich zu werben.. in diversen Foren, facebook-Gruppen usw. Hier ein paar Links:by Marie Bleyer

- fotografie.at - im Forum gibt es hier eine eigene Rubrik für VisagistInnen. Einfach mal rein schreiben wer man ist, was man tut, was man möchte. - Modelkartei - Fotografen, VisagistInnen und Models sind hier vertreten - ich  muss gestehen ich nutze es nicht so wirklich - ähnlich ist - Stylished

Und hier ein paar Facebookgruppen, die wirklich sehr sehr hilfreich sind, wenn es darum geht FotografInnen und Models zu finden:

- Fotoshootingbörse Österreich - Modelkartei Österreich - Photoshootings - Fotoshootings - anmutige Models, kreative FotografInnen,... - Fotografie und Models Österreich - Models & Fotografen & Visagisten

Auch die Filmakademie sucht für Studentenfilme immer wieder Make-up Artists - eine tolle Erfahrung und eine gute Möglichkeit um sich an eigene Vorlieben heranzutasten - ob man sich also eher zu Film oder Shootings hingezogen fühlt oder einfach ALLES will. Gleiches gilt auch beispielsweise für die Graphische Lehranstalt.

5. Verfolge andere...

...ok, das klingt jetzt etwas beängstigend, aber keine Sorge, ich bin keine Stalkerin - glaube ich :) Suche ngefällt mirach FotografInnen, deren Arbeiten du magst und toll findest, immer wieder suchen sie direkt über ihre Seiten nach jemandem, der schminkt. Das gleiche gilt auch für Modelagencies usw.

6. Habe einen langen Atem..

Mag sein, dass viele von Anfang an megaerfolgreich und gefragt sind. In der Regel ist es abby Dorelies Hoferer wohl eher so, dass man anfangs sehr viel Geld in Equipment investieren muss und oft gratis arbeitet, tfp also - time for print/picture. Mit dem Diplom in der Hand also den Job zu kündigen, in der Hoffnung ab morgen die Welt als Make-up ArtistIn an sich zu reißen, ist wohl eher unrealistisch, denke ich. Mir war und ist es wichtig relaxed an die Sache heran zu gehen und den Spaß an der Sache nicht zu verlieren. Ich habe einen Hauptjob, den ich liebe und der mir Geld einbringt um ein tolles Leben führen zu können und ich habe die Schminkerei, in der ich mich Stück für Stück voran taste... ohne Druck, mit viel Freude, denn ich hab ja Zeit, ich bin jung ;)

Was würdet ihr dem noch hinzufügen? Habt ihr andere Erfahrungen gemacht?

Carina

PS: Keine Ahnung warum das Titelbild so pixelig ist - da habe ich wohl Mist gebaut bei der Collage, die Fotos sind jedenfalls von: Marie Bleyer, ECM Photography und lichterwaldt.at